Kunst als Leidenschaft

Die Ernst Galerie in Budapest

Pester Lloyd - 2004. szeptember 1. - K.G.

Alles began in der Kindheit. "Bereits als junger Bub habe ich in den damals noch zugänglichen, verwinkelten Wiener Kellern viel Zeit verbracht, auf der Suche nach etwas Besonderem", erzählt Ernst Wastl, der Besitzer der Ernst Galerie, von den Anfängen seiner Leidenschaft. Später versetzte er dann seine Schulbücher, um auf Flohmärkten Orden und andere "wertvolle" Gegenstände zu verkaufen. Heute sind es natürlich keine Orden mehr, aber die Leidenschaft für Kunst idt die gleche geblieben.

Heute betreibt der Österreicher eine Kunstgalerie im Herzen von Budapest. An einem historischen Ort, gegnüber dem altehrwürdigen Café Central findet man seinen schönen Eckladen. Dort bietet er seinen Kunden vielfältige Kunstgegenstände: besonders hochwertiges Mobiliar aus den letzten drei Jahrhunderten und ungarische Malerei des 20. Jahrhunderts gehören zu seinen Spezialgebieten.

Das unterscheidet die Galerie jedoch nicht von den zahlreichenden aneren Geshäften, die man mittlerweile in der ungarischen Hauptstadt finden kann. "Der Unterschied zu anderen besteht darin, dass wir unsere Ware besitzen", erklärt Ernst Wastl. "Das ist insofern von Vorteil, da wir schon einmal investiert haben und somit absolut hinter der War stehen, die wir e Kunden anbieten." Das bedeutet auch Sicherheit für den Kunden. Dazu komt noch eine ausfürhliche Beratung, zu der selbstvrständlich uch der Herstellungsnachweis gehört. Ernst Wastl bietet ausführliches Hintergrundwissen zu den Stück, die er seiner Kundschaft offeriert. Das Wissen bezieht der Kunstliebhaber aus seiner circa 12.000 Werke umfassenden Bibliothek, die ständig erweitert wird.

So finden sich so manche exclusive Stücke in seiner Budapester Galerie. Beispielsweise ziert ein originaler ungarischer Art Deco-Schrank momentan noch die Galerie. Leider ist dieses Aschmuckstück schon verkauft, es geht in die Vereinigten Staaten. Ein weiterer Blickfang ist ein Empire-Sekretär aus dem Jahr 1810 aus ebonisiertem Holz und Leder, mit der typischn Brandtusch-Malerei. Verspielt, mit etlichen Geheimfächern zum Aufbewahren von Dokumenten und reichverzierten Applikationen ist er charakteristisch für den Stil Biedermeier-Zeit. Damit das Mobiliar auch seinen zeitgemäßen Charakter behält, wird es vor dem Verkauf originalgetreu restaurirert, wobei Ernst Wastl selbst genau ein Auge auf die Restaurierung wirft. Auch die Gemälde werden von der Galerie selbst mit den passenden Rahmen versehen.

Das weiß der Kunstsammler wohl auch zu schätzen. So findet man in der Bibliothek ein Dankschreiben der Schauschpielerin Whoopi Goldberg, die von der Atmosphäre in der Ernst Galerie beeindruckt war. "Wir können den Kunden die Intimität und Anonymität bieten, die sie wünschen", erklärt der Galeriebesitzer. Aber auch ganz "normale" Kunstinteressierte können in der Ernst Galerie fündig werden. Vorsicht ist jedoch geboten: So viel Leidenschaft kann ansteckend sein.