Musikautomatenausstellung aus einem vergangenen Jahrhundert

Das selbstspielende Klavier in der Galerie Ernst

Es gibt einige Dinge, die einem sofort einfallen, wenn man an Weihnachten, wie es früher einmal gewesen sein muss, denkt. Vielleicht gehören sie ja sogar noch zu den ganz einigen Kindheitserinnerungen.

Pester Lloyd - 2002. december 18. - rst.

Neben den heutigen Standards wie dem Christkindlmarkt, dem obligaten Lichterschmuck und der Dauerberieselung von weinachtlich tönenden Songs eines jeden Liedermachers, den die Musikindustrie dazu bringen kann, gab es früher auf den Starßen heute schon nahezu ausgestorbene Glanzpunkte. Einer war der Leierkasten, ein anderer das Grammophon, das unablässig Weinachtslieder spielte, solange man kurbelte.

Aus dieser Zeit kommen auch die Exponate der Ausstellung. Damals, als die Lautkulisse noch eine völlig andere war, und wo alles, was neu tönte, eine Attraktion gewesen sein muss, entstanden diese mechanischen Apparate. Einige zwitscherten sogar und waren aber Vogelkäfige aus Blech, in dem Staunen nicht mehr heraus ob der vielen kleinen Automaten, die Klänge von sich gaben und sich mit Hilfe vorgestanzter Plättchen auch noch bewegen konnten. Ebenso ergeht es ihnen noch heute, wie anlässlich eines Besuchs der Ausstellung zu beobachten war. Der Sammler Gábor Korenchy führte leuchtenden Kinderaugen vor, was auch damals schon die Herzen höher schlagen ließ, die musikalische Candy-Box oder kleine Musikkästchen, ebenfalls kurbelbetrieben, die schon sichtbar die Vorläufer der später in Vinyi gepressten Singles gewesen sein müssen.

Spieluhren, Spielsessel, Polyphone, selbstspielende Klaviere und eine ganze Reihe von Grammophonen in verschiedenster Form und Verkleidung, insgesamt 123 katalogisierte Austellungsstücke, allesamt bis ins kleinste Detail liebvoll restauriert kann man sich bei einem zwanglosen Besuch ansehen.

Als kleines Weinachtsgeschenk vielleicht, das man sich selbst, und noch anderen gönnt.